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Fotoblog von achtung-poster.de

Tipps, Tricks & News zu Fotografie und Bildbearbeitung.

Weniger ist mehr in der Fotografie!

Der Ausspruch „Weniger ist mehr“ ist inzwischen zu einem geflügelten Wort in den unterschiedlichsten Bereichen geworden. Besonders häufig findet man es als Motto in Design und Fotografie. Aber was bedeutet das konkret? Wie kann man das auf die eigenen Bilder anwenden?

Ich will jetzt sicherlich keine allgemeingültige Formel oder sonst etwas Derartiges veröffentlichen. Ich möchte meine eigenen Erfahrungen mit „Weniger ist mehr“ schildern.

Diesen Ausspruch kann man auf viele Teilbereiche der Fotografie ausweiten. So kann man sich vornehmen eben weniger Ausrüstung auf ein Shooting mitzunehmen oder sich auf ein Objektiv, ggf. sogar eine Festbrennweite, festlegen.

Technische Aspekte

Durch das Wegnehmen von möglichen Techniken beschränkt man sich wieder mehr auf das eigentliche Foto und die Frage, wie man dieses am besten umsetzen kann.

Genauso gibt es Zeitgenossen, die sich vornehmen an einem Tag höchstens 36-mal den Auslöser zu drücken. Sie nehmen sich also bewusst einen Vorteil der digitalen Fotografie und kehren zurück zu weniger Fotos, wie zu Zeiten der Analogfotografie.

Wenn man weiß, dass einem weniger Fotos zur Verfügung stehen, dann konzentriert man sich mehr auf das einzelne Foto. Es zählt nicht mehr die Devise „Ach, wenn das nix wird, lösch ich es einfach und mach noch ein paar Aufnahmen“. Wer es gewohnt ist viel zu fotografieren und das an einem sonst fotografisch interessantem Tag durchziehen will, wird schnell merken, wie sehr er sich zurücknehmen muss. Schließlich will man am Ende ja durchaus ein paar gute Bilder im Kasten haben.

Selbst ausprobieren!

Sind Sie neugierig geworden? Probieren Sie es einfach mal aus. Also lassen Sie wahlweise einen Teil der Technik zuhause, beschränken Sie sich z.B. auf ein Objektiv oder legen Sie für sich eine maximale Anzahl von Fotos fest, die Sie an einem Tag fotografieren wollen. Sie werden sehen, dass Sie sich viel intensiver mit dem eigentlichen Fotografieren beschäftigen werden!

Bildkomposition

Und genauso, wie man sich auf der technischen Seite beschränken kann, kann man sich natürlich auch bei der Bildkomposition beschränken. Mir persönlich gefällt aber hier das Wort „beschränken “ nicht. Ich spreche eher davon, sich auf das Wesentliche bei einem Foto zu konzentrieren und unnötige Bildbestandteile zu entfernen.

Hintergrund im Blick

So kann es beispielsweise lohnen, den Hintergrund eines Motivs genau im Blick zu behalten. Sind dort viele unterschiedliche Strukturen und Helligkeitswerte vorhanden? Dann versuchen Sie diesen doch einfach auszublenden. Entweder wirklich mit der Blende, indem Sie eine große Unschärfe (geringe Tiefenschärfe) erzeugen, oder durch das Wechseln Ihrer Position. Durch eine neue Perspektive kann der Hintergrund viel ruhiger werden.

Davon wird Ihr Motiv in der Regel profitieren. Denn, wenn weniger im Hintergrund ablenkt, konzentriert sich der Betrachter mehr auf das eigentliche Hauptmotiv und dieses wird besser betont.

Details zeigen

Das gleiche können Sie auch bei der Motivauswahl beachten. Statt möglichst viel auf Ihr Foto packen zu wollen, können Sie versuchen sich auf die interessanten Details zu konzentrieren. Zwar ist dann auf den ersten Blick weniger auf den Fotos zu sehen, oft sind es aber genau die Details, die das „mehr“ eines guten Fotos ausmachen. Außerdem gehen auf diese Weise Details nicht im Bild unter.

Farben reduzieren

Auch im Bereich der Farben kann man den Ausspruch anwenden. Das muss nicht heißen, dass man nur noch schwarzweiß fotografieren soll. Aber auch das kann am Ende mehr sein, auch wenn es weniger bzw. keine Farben mehr sind.

Aber auch der Versuch möglichst wenige Farben auf einem Bild zu haben, kann schon ein „mehr“ beim Bild bewirken.

Weniger Theorie, mehr Praxis!

Aber nun genug der Worte! Gehen Sie in die Praxis und probieren Sie aus, wie „Weniger ist mehr“ Sie und Ihre Fotos beeinflussen kann. Viel Spaß dabei!

Autor: Daniel Zellfelder

Diesen Eintrag wurde am 22.08.11 in der Kategorie Fototipps von Daniel Zellfelder veröffentlicht. Sie können gerne einen Kommentar hinterlassen.