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Fotoblog von achtung-poster.de

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Stürzende Linien in Photoshop korrigieren

Wer sich bereits etwas intensiver mit der Fotografie von Architektur befasst hat, wird zwangsläufig mit dem Thema der stürzenden Linien in Kontakt gekommen sein. In diesem Beitrag soll es nun darum gehen, wie man diese beispielsweise in Photoshop recht leicht von Hand korrigieren kann.

 

Stürzende Linien?

Zunächst aber will ich Ihnen einmal zeigen wovon ich hier rede. Stürzende Linien entstehen, sind die Linien auf Fotos, die auf dem Bild optisch aufeinander zulaufen obwohl Sie eigentlich parallel zueinander liegen.  Sie entstehen, wenn die Kanten z.B. des Hauses nicht parallel zur Projektionsfläche der Kamera liegen.

Würde man also beispielsweise ein Haus nicht von der Straße aus, sondern ungefähr auf halber Höhe fotografieren, hätte man die stürzenden Linien nicht. Da das aber nicht immer möglich ist, sollte man wissen, wie man diese nachträglich korrigiert.

Professionelle Architekturfotografen verwenden zudem sogenannte Tilt-Shift Objektive. Mit diesen lassen sich die stürzenden Linien ausgleichen. Wie das genau funktioniert, werde ich bei Gelegenheit in einem separaten Beitrag erläutern.

 

Manuelle Korrektur in Photoshop

Zunächst einmal habe ich für Sie eine gerade  Fläche neben die Kante des Hauses gelegt.

Nun sieht man noch viel deutlicher, um was es hierbei geht. Und Sie werden mir zustimmen, ob Sie das Gebäude nun schon in echt gesehen haben oder nicht, dass das dieses wohl kaum so schräg gebaut wurde.

 

Hilfslinien anlegen – Bevor ich mit der eigentlichen Korrektur beginne, lege ich mir Hilfslinien in der Nähe verschiedener Kanten an.

Hintergrundebene duplizieren – Um die Bildebene transformieren zu können, dupliziere ich mir diese. Außerdem kann ich somit gleich leicht zwischen den Versionen (vorher/nachher) hin- und herschalten. Zum Duplizieren klicke ich mit der rechten Maustaste auf die Hintergrundebene und wähle „Ebene duplizieren“.

Frei transformieren – Über die Tastenkombination „STRG“ + „T“ wechsle ich nun in das freie Transformieren. Ich erhalte nun an den Ecken und Mittelpunkten der einzelnen Bildseiten Anfasser. Halte ich „STRG“ gedrückt, kann ich nun einzelne Punkte nach Belieben verschieben.

Ich muss jedoch nun darauf achten, dass ich durch das Verschieben weder die Proportionen der Architektur zu stark verändere, noch neue stürzende Linien nach unten z.B. zu erzeugen. Das kann ich vermeiden, indem ich sobald ich z.B. den oberen rechten Anfasser verschoben habe unten eine entsprechende Ausgleichsverschiebung vornehme.

Hier gilt es nun zu experimentieren und auch immer wieder in die Details zu zoomen, aber genauso die Übersicht zu behalten.

Mit ein wenig Übung hat man das Bild aber schon mit ein paar Klicks korrigiert.

Format anpassen – Nach der Bearbeitung kann es dann sein, dass das Format nicht mehr ganz ausgefüllt ist. Jetzt heißt es abwägen. Je nachdem, was genau fehlt empfiehlt es sich das Bild nun zuzuschneiden oder (z.B. wenn nur ein wenig Himmel fehlt) dieses per Bildretusche wieder zu komplettieren.

Für den professionellen Einsatz eignet sich dieses Verfahren natürlich nur bedingt. Denn durch das Transformieren verliert man ja Bildinformationen bzw. diese werden durch Interpolation digital errechnet. In vielen Fällen reicht diese Art der Korrektur aber vollkommen aus und man bemerkt gar nicht, dass Bildinformationen fehlen.

 

Autor: Daniel Zellfelder

Diesen Eintrag wurde am 25.05.12 in der Kategorie Fototipps von Daniel Zellfelder veröffentlicht.