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Fotoblog von achtung-poster.de

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Fotograf Ulf Buschmann im Interview

Ulf Buschmann fotografiert sowohl als Künstler, als auch als Dienstleister. Seine Fotografien decken eine große Bandbreite ab und dem Betrachter fällt sofort sein Auge für besonders ästhetische Details auf. Durch einen Kommentar in unserem Blog sind wir auf ihn aufmerksam geworden und haben den derzeit in Berlin lebenden Fotografen um ein Interview gebeten.

Hallo Herr Buschmann, wer sind Sie, woher kommen Sie und was machen Sie beruflich?

Ich bin 35 Jahre alt und lebe seit zwölf Jahren in Berlin. Meine ursprüngliche Heimat ist die Nordseeküste, dort habe ich in Wilhelmshaven das Licht der Welt erblickt und meine Jugend später im schönen Bremen verbracht. In Bremen und Berlin habe ich Germanistik, Kunstgeschichte sowie Geschichte studiert und einige Jahre im Buchhandel gearbeitet.

Fotografisch bin ich Autodidakt und fotografiere seit meiner Kindheit. Im Laufe der Jahre habe ich dieses Hobby immer weiter professionalisiert und biete mittlerweile neben meiner künstlerischen Fotografie auch verschieden fotografische Dienstleisungen an, wie z.B. Hochzeitsreportagen oder auch Fotos für Presse und Verlage.

Sie zeigen auf Ihrer Webseite eine große Bandbreite an Fotografien. Speziell abstrakte Motive und Details fallen dabei auf. Welche Motive reizen Sie am meisten?

Grundsätzlich bin ich in Bezug auf meine Motive nicht festgelegt, aber für bestimmte Motive habe ich wohl ein besonderes Händchen. So fallen mir oft kleine Details auf, die gerade bei isolierter Betrachtung ihren ästhetischen Reiz haben. Dabei habe ich mich von der – eher dokumentarischen – Sichtweise gelöst, man müsse noch erkennen, was auf dem Foto abgebildet sei. Im Gegensatz dazu finde ich es gerade besonders interessant, wenn das Ergebnis abstrakt wirkt und dadurch auch ein wenig mit der Wahrnehmung des Betrachters spielt. Meine Vorliebe für solche abstrakten Details zeigt sich besonders bei Motiven aus der Natur und Architektur.

Allerdings verläuft meine Motivsuche nie wirklich so zielgerichtet, wie das jetzt klingt. Vielmehr lasse ich mich treiben und habe nur eine vage Vorstellung, an welchen Orten interessante Motive zu finden sind. Die konkreten Motive fallen mir einfach auf, ohne angestrengte Suche. Natürlich gehe ich aber mit einem aufmerksameren Blick durch die Welt, sobald ich meine Kamera dabei habe. Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass eine verbissene Suche nach Motiven der Kreativität eher schadet und die Ergebnisse oft unbefriedigend sind.

Besonders bezüglich meiner Architekturfotos habe ich mir jedoch schon angewöhnt, öfter mal ungewöhnliche Standpunkte einzunehmen, zum Beispiel in die Hocke zu gehen oder an die Decke zu schauen etc. So können selbst „totfotografierte“ Sehenswürdigkeiten durch eine ungewohnte Perspektive wieder interessant werden.

Neben dieser Vorliebe für bestimmte Motive experimentiere ich  immer wieder mit der Kamera. Der Umstieg auf digitale Fotografie bietet hier natürlich nochmal mehr Potential, weil man die Ergebnisse immer sofort kontrollieren kann.

So habe ich zum Beispiel Passanten auf der Strasse mit unterschiedlich langen Belichtugnszeiten belichtet, um eine etwas geisterhafte Bewegungsunschärfe einzufangen. Um die Konturen aber trotzdem noch erahnen zu können, musste ich mit unterschiedlichen Zeiten experimentieren. Generell experimentiere ich gerne mit Unschärfe, was natürlich auch wieder meiner Vorliebe für abstrakte Fotos entspricht.

Digital oder gedruckt? Wie haben Sie Ihre Fotos am liebsten?

Letzlich sind Fotos natürlich dazu da, gedruckt präsentiert zu werden. Erst auf einem hochwertigen Posterdruck kommt die Qualität einer Fotografie richtig zur Geltung. Ich persönlich lasse kleinere Formate (bis 30x45cm) gerne klassisch ausbelichten und alles darüber hinaus lasse ich drucken. Das Aufziehen mache ich häufig selbst, bei großen Formaten lasse ich es aber machen. Hinter Acrylglas habe ich bisher keines meiner Fotos anfertigen lassen, aber das werde ich sicher mal tun, weil das schon sehr edel aussieht.

Herr Buschmann, vielen Dank für das sehr interessante Interview! Hier zeigt sich wieder einmal, dass es sich lohnen kann auf Details zu achten. Sollten Sie, liebe Leser, neugierig auf die Fotografien von Ulf Buschmann geworden sein, schauen Sie einfach einmal bei ihm  unter www.ulfbuschmann.de vorbei.

Autor: Daniel Zellfelder

Diesen Eintrag wurde am 10.11.10 in der Kategorie Fototipps von Daniel Zellfelder veröffentlicht. Sie können gerne einen Kommentar hinterlassen.