Klaus Bürgle, Stadt unter dem Meer (Das Neue Universum 81, 1964)
Unerschöpfliche Bodenschätze lagern auf dem Grund der Ozeane; andererseits zwingt die rasch zunehmende Bevölkerungsdichte auf der Erde die Menschheit, neuen Lebensraum zu erschließen. So wird sich der Mensch anschicken, in die Tiefe hinabzutauchen. Kolonisten werden in nicht zu ferner Zukunft den Meeresgrund vor den Küsten besiedeln, unterseeische Industriestädte werden entstehen, in denen eine Generation von Ozeannauten nach Erz schürft, Erdölbohrungen niederbringt, Diamantenminen betreibt. Unterwasser-Bohrtürme, Säugpumpen-Förderanlagen und kugelförmige Wohneinheiten sind auf dem Boden verankert, drucksichere Atomreaktoren decken den Energiebedarf. Wie Eulenaugen geistern die Scheinwerferkegel der Boden- und Grundfahrzeuge, deren Greifarme biologische und mineralische Proben aufnehmen, durch das fahle Blau des durch ferngesteuerte Beleuchtungsanlagen erhellten Wassers. Versorgungsboote schweben inmitten dieser unwirklichen Landschaft. In Laboratorien studieren Wissenschaftler die Tier- und Pflanzenwelt, wie Haustiere werden Fische und Algen in Farmen gezüchtet. Wird der Mensch ein Bewohner der Ozeane werden?