Klaus Bürgle, Stadt der Zukunft (Das Neue Universum 85, 1968)
Himmelstürmende Wolkenkratzer geben den zukünftigen Großstädten einen Zug ins Gigantische. Hundert Stockwerke hohe Wohntürme, im lockeren Kreis geordnet, turmartig geschachtelte Treppenwohnungen, Pyramidenwohnblocks und wabenförmig aufgehängte Wohnzellen aus Kunststoff, die einigen zehn- oder gar hunderttausend Menschen Obdach bieten, zeichnen eine last beklemmende Kulisse. Diese riesigen Wohnmaschinen sind in Ebenen gestaffelt, die verschiedenen Aufgaben dienen: dem Transport, der Versorgung des Marktes, dem Verkehr und dem Wohnen. Über weitgeschwungene Rampen bewegen sich Fließbänder, die an die Stelle der Fußwege treten, und luftkissengelagerte, düsengetriebene Nahverkehrszüge — Alweg- und U-Bahnen — gleiten geräuschlos und ohne lästige Abgase durch das Wohngebirge. Riesige Spiegel stationärer Weltraumsatelliten werden nachts nach den Vorstellungen der Zukunftsplaner die Millionenstädte mit dem fahlen Abglanz des Sonnenlichts erhellen und Atomreaktoren die Dunstdecke anheizen und so der Stadtlandschaft eine frische Brise zuführen