Klaus Bürgle, Insel im Weltraum (Das Neue Universum 80, 1963)
Pausenlos dreht sich das gewaltige sechseckige Rad um seine Mittelachse, indessen in weiter Ferne Tag und Nacht über den in magischem Blau erstrahlenden Erdball huschen. Die bemannte Weltraumstation ist Reparaturwerkstätte für Satelliten und beschädigte Raumfahrzeuge und zugleich Start- und Ausrüstungsplatz für längere Weltraumflüge. Raumfähren halten die Verbindung mit der Erde aufrecht, übernehmen die Ablösung der Besatzung und bringen Nachschub. Die Station, die einen Durchmesser von 45 m hat, wird zusammengeklappt auf den Booster einer SATURN-Rakete aufgesetzt, der sie auf eine Umlaufbahn von 500 km Abstand befördert. Dort entfaltet sie sich selbsttätig. Der glockenförmige Nasenkegel, der während der Startphase der Raketenspitze ihre aerodynamische Form gegeben hat, dient jetzt als Kommandoraum. In den Segmenten des Raumrades herrscht dank der Drehung künstliche Schwerkraft, hier sind die Aufenthaltsräume - Speiseraum, Küche, Schlafgelegenheit und Brausebad - und die Werkstätten untergebracht. Der Nasenkegel besitzt an der Spitze 5 Anlegestellen, an denen Raumschiffe festmachen können, Luftschleusen und ein g-0-Laboratorium.