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Fotoblog von achtung-poster.de

Tipps, Tricks & News zu Fotografie und Bildbearbeitung.

© cunaplus - Fotolia.com

Schaden Fotografie – Schäden richtig fotografieren

Immer wieder können verschiedene Schadensfälle eintreten, die auf jeden Fall fotografisch festgehalten werden sollten, um die Schadensregulierung mit der Versicherung zu vereinfachen. Aber auch in anderen Fällen können diese Fotografien eine wertvolle Hilfe sein. Beispielsweise, wenn Firmenunterlagen durch das Hochwasser, einen Wasserrohrbruch oder Feuer unlesbar sind und nicht mehr dem Finanzamt vorgelegt werden können. Schäden an Fahrzeugen, beispielsweise nach Unfällen, sollten ebenfalls mit einer guten Kamera aufgezeichnet werden. Natürlich tut es hier notfalls auch eine Handy-Kamera, viel bessere und vor allem detailliertere Aufnahmen erhalten Sie allerdings mit einer Kompakt- oder sogar digitalen Spiegelreflexkamera.

Da in vielen Familien Kompaktkameras genutzt werden, möchten wir speziell für diese Kameras einige Tipps geben, wie Schäden besonders gut fotografisch festgehalten werden können. Natürlich lassen sich diese Ratschläge auch auf weitere höherwertige Kameras abwandeln. Auch viele Gutachter verwenden zur Schadensfotografie Kompaktkameras, finden diese doch in fast jeder Aktentasche Platz. Deshalb sollten auch Gutachter diese Vorschläge beherzigen.

Fotografische Kenntnisse für die Tätigkeit als Gutachter unabdingbar

Während der Gutachteraus- oder –weiterbildung sollten auch fotografische Kenntnisse vermittelt werden. Dies ist auch bei der Kfz-Sachverständigen Ausbildung beim Ausbilder modal.de enorm wichtig und sollte zum Ausbildungsprogramm gehören. Schließlich sollen Sie die Schäden in Zukunft richtig dokumentieren, um so eine korrekte Schätzung der Schadenssumme ermöglichen zu können. Zugleich dienen diese Fotografien als Beweismittel, sollte es beispielsweise zu Rechtsstreitigkeiten kommen.

Die Ausstattung der Kamera

Bei der Wahl der Kamera sollte nicht von vornherein auf eine hohe Pixelzahl, sondern vor allem auf einen großen Bildsensor sowie ein robustes Gehäuse geachtet werden. Eine Bildauflösung von drei bis vier Megapixeln reicht vollkommen aus, sofern die Komprimierung gering ausfällt. So sparen Sie auch an Speicherplatz auf der SD-Karte sowie an Rechenzeit und können innerhalb kürzerer Zeit weit mehr Aufnahmen erstellen.

Zugleich sollte die Kamera über manuelle Bedienelemente sowie – wenn möglich – über ein schwenkbares Display verfügen. Ist Letzteres nicht vorhanden, kann eventuell ein Stativ genutzt werden, welches Aufnahmen quasi „um die Ecke“ erlaubt. Zugleich sollten Sie auf einen optischen Bildstabilisator sowie ein Objektiv, welches mit einem drei- bis fünffachen optischen Zoom aufwartet, großen Wert legen.

Gerade diejenigen unter Ihnen, die Fotografien für Gutachten anfertigen, sollten beim Kamerazubehör nicht sparen. So ist es sinnvoll, mehrere geladene Akku-Sätze, aber auch mindestens zwei Speicherkarten bei Schadensbesichtigungen mitzuführen.

Welche Programmeinstellung sollte genutzt werden?

Wir empfehlen Ihnen, für die fotografische Dokumentation der Schäden auf das Kameraprogramm „P“ zurückzugreifen. Hierbei handelt es sich zwar um ein vollautomatisches Programm, welches aber auch manuelle Einstellungen erlaubt.

Die Nutzung des Blitzes

In Innenräumen sowie bei in der Dämmerung oder Dunkelheit aufgetretenen Schäden müssen Sie wahrscheinlich ein Blitzlicht nutzen, um die Schäden zu dokumentieren. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass der Blitz nicht genau auf den schadhaften Bereich fällt, und wählen Sie einen relativ hohen ISO-Wert. Dadurch profitieren Sie von einer größeren Reichweite des Blitzes.

Sofern möglich, sollten Sie die Aufnahmen bei Tageslicht anfertigen und auf den Einsatz eines eingebauten Blitzes verzichten. Dieser würde sich beispielsweise auf dem Fahrzeuglack oder auf beschädigten Terrassentüren spiegeln und somit den entstandenen Schaden unkenntlich machen. Wählen Sie anstelle des Blitzes lieber eine höhere Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert), die ebenfalls im Programm „P“ eingestellt werden kann. Das sorgt zwar für eine geringere Brillanz der Aufnahmen, Beschädigungen wie Dellen, Kratzer, Risse und Ähnliches sind aber deutlich zu erkennen.

Weitere Tipps:

Besitzt Ihre Kamera eine Gesichtserkennung? Sollte dies der Fall sein, so müssen Sie diese für die Schadensaufnahmen deaktivieren. Ansonsten kann es bei Spiegelungen von Gesichtern auf dem Fahrzeuglack dazu kommen, dass diese dann von der Kamera fokussiert werden, während der Schaden kaum zu entdecken ist.

Eine Autofokus-Kamera stellt den Punkt am Schärfsten dar, der den größten Kontrast aufweist. Handelt es sich bei Fahrzeugen um eine einfarbige lackierte Fläche, kann es zu Problemen kommen. Hier haben Sie die Möglichkeit, den Schadensbereich durch spezielle, andersfarbige Pfeile, welche Sie neben der Schadenstelle fixieren, kenntlich zu machen. Diese Pfeile werden dann von der Kamera fokussiert, sodass eine genauere Abbildung möglich ist. Als noch effektiver haben sich schwarz-weiße Millimeterskalen erwiesen, mit denen auch gleich die Größe des Schadens angezeigt werden kann. Diese sind beispielsweise mit einem Karosserie-Kit zu befestigen.

Tipp: Weitere Fachartikel zu Gutachterthemen finden Sie unter www.gusuma.de/fachgebiet/.

Dellen und andere tiefere Schäden darstellen

Ist es an einem Fahrzeug zu Dellen oder Schäden durch Hagelkörner gekommen, sollten die schadhaften Stellen ebenfalls fotografiert werden. Nutzen Sie dazu einen Dellenreflektor, der beispielsweise aus einem in schwarz und weiß oder anderen Kontrastfarben bestehenden gestreiften Stoff, der in einem Rahmen eingesetzt wurde, besteht. Notfalls können Sie auch ein Blatt Papier mit schwarzen Streifen bedrucken und es laminieren. Durch diese Technik können Sie auch kleinste Dellen fotografisch abbilden.

Um eine detailgetreue Abbildung der Schäden, beispielsweise für die Erstellung eines Gutachtens über eine Gutachter Software, zu erreichen, sollten Sie den Makromodus der Kamera nutzen. Er wird meist durch das Symbol einer Blume dargestellt. Diesen Modus können Sie auch dann einsetzen, wenn Sie vom Schaden etwas weiter entfernt stehen. In diesem Fall sollten Sie aber Weitwinkel-Einstellungen vermeiden. Auch eine Fotografie aus der Totalen ist nicht zu empfehlen, kommt es dadurch doch zu Verzerrungen des Motives.

Der richtige Blickwinkel

In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Blickwinkel zu wechseln, um Schäden fotografisch zu dokumentieren. Begeben Sie sich dazu beispielsweise in die Hocke oder fertigen Sie die Aufnahmen von der Seite an. Suchen Sie sich schon mit dem bloßen Auge die richtige Position, um den Schaden perfekt auf das Bild bannen zu können.

Manche Schäden fallen erst durch einen Blick „um die Ecke“ auf. Schäden am Fahrzeug (beispielsweise am Unterboden oder in den Radkästen) werden erst durch solche Aufnahmen bemerkt beziehungsweise deren ganzes Ausmaß sichtbar. Deshalb ist es sinnvoll, entweder eine Kamera mit schwenkbarem Display zu nutzen, oder den Fotoapparat auf einem Stativ zu montieren, welches dann in nahezu jede Position gebracht werden kann. Gerade als Sachverständiger sollten Sie sich für eine qualitativ hochwertige Kamera entscheiden, die optimale Aufnahmen von verschiedensten Schadensereignissen ermöglicht.

Wenn Sie all diese Tipps berücksichtigen, steht gelungenen Fotografien von Schadensfällen nichts mehr im Wege. Natürlich werden Sie gerade zu Beginn manche Aufnahme doppelt und dreifach anfertigen müssen, bevor Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Dieser Aufwand lohnt sich aber, werden Sie doch mit der Zeit immer sicherer.

Autor: copymanspecial

Diesen Eintrag wurde am 08.02.15 in der Kategorie Fototipps von copymanspecial veröffentlicht.